Teams und Prozesse

Teams, Teamarbeit und Teamorganisation ist in Wahrheit nicht neu, sondern wird in den vorangegangenen 20 bis 30 Jahren nicht nur lebhaft diskutiert, sondern auch ausprobiert und implementiert.

Teams sind Gruppen. Teamworking ist vergleichbar mit dem Begriff "Gruppenarbeit". Die Basis für Gruppen und Gruppenausprägungen bilden die Erkenntnisse der soziologischen Gruppenforschung. Warum Gruppen sich bilden, wie Gruppen sich entwickeln, welche Differenzierungen im Sinne von Stärken und Schwächen in Gruppen bestehen, wie die "Gruppendynamik" im Sinne einer Entwicklung der Gruppe wirkt, ist weitestgehend bekannt.

Doch erst die Veränderungen in unserem Wirtschaftsleben haben dem Gruppengedanken einen neuen entscheidenden Impuls, aber auch inhaltliche Erweiterungen gegeben, was sich hauptsächlich in dem jetzt vielfach verwendeten Begriff des Teams niederschlägt.
Die Teamphilosophie ist auf dem Vormarsch, und unbestritten ist dies für die Leistungserstellung und das Zusammenleben von Menschen in Unternehmen auch richtig. Gleichwohl stellt man aber auch fest, daß für ein und dieselben inhaltlichen Tatbestände der eine von einem Team und der andere von einer Gruppenarbeit spricht. Es scheint so, daß der Teambegriff auch noch diffus und unstrukturiert ist. In der Praxis finden wir, möglicherweise wie Sie auch, noch oft die Situation vor, daß mit einer gewissen (unkritischen) Euphorie von Teams gesprochen wird, ja sogar die Behauptung aufgestellt wird, daß man als Team agiert (obwohl "man" möglicherweise gar keines ist) und nur im Team erfolgreich sein könne.

Zu warnen ist vor so einer unkritischen Haltung, denn es gilt in Wahrheit eine ganz andere Frage zu beantworten: Gibt es Arbeitsinhalte und Aufgaben, die ein einzelner oder eine Gruppe bzw. ein Team besser lösen kann? Das heißt, gibt es Arbeitssituationen und Leistungserstellungsprozesse, daß unstrittig nachweisbar ein Team, eine Gruppe, bessere, schnellere Leistungen erbringen kann als ein einzelner oder gibt es Aufgaben, wo ein Team keine bessere Leistung erbringt, sondern es vorteilhafter wäre, diese Aufgabe oder diesen Leistungserstellungsprozeß einem einzelnen zuzuordnen?

Teamphilosophie, Teamprozesse sind aus ihrem Wesen heraus auch eine Weiterentwicklung der oft geforderten "Demokratisierung" im Unternehmen. Denn: gute Teams kommen mit einem Minimum an Fremdregulierung aus.

Zum Schluß, aber für Sie und das Teamgeschehen - das Wichtigste: erfolgreiche Teams und erfolgreiche Teammitglieder müssen sich einer neuen inhaltlichen Bestimmung von Verantwortung stellen: der Verantwortung, die sie für sich als Teammitglied, der Verantwortung, die Sie für andere Teammitglieder haben und der Verantwortung der anderen Teammitglieder, die diese Ihnen gegenüber wahrnehmen müssen. Vergessen dürfen alle zusammen nicht die Basis im Team: die Erledigung der täglichen Arbeiten, ausgehend von Visionen, Missionen, Zielen, Strategien und Maßnahmen, Verbunden mit einer Feedback- und Controlingkultur, die sie gemeinsam im Team benötigen.